Angriff aufs Sparbuch

Martin Schenk
Vorwort, FALTER 28/07 vom 11.07.2007

KOMMENTAR Die neuen Pflegegesetze ändern nichts daran: Pflege wird weitgehend als privates Risiko betrachtet.

Krankheit und Arbeitslosigkeit - davor hat jeder Angst. Die Gesellschaft versucht deshalb, die Betroffenen mit Sicherheitsnetzen aufzufangen. Jeder Bürger zahlt in der Regel verpflichtende Beiträge in ein Versicherungssystem ein und kann sich dafür im Notfall auf stützende Leistungen verlassen, die zumindest die existenziellen Kosten decken.

Für ein anderes, wachsendes Lebensrisiko gilt dieses solidarische Prinzip nicht. Durch die erfreulicherweise steigende Lebenserwartung bedürfen immer mehr Menschen im Alter der Pflege. Trotzdem wird dieses Bedürfnis weitgehend als privates Risiko betrachtet, für das jeder selbst aufzukommen hat. Im Krankenhaus wird für die Patienten noch auf hohem Niveau gesorgt. Wer jedoch als "austherapiert" gilt, ist plötzlich auf sich allein gestellt. Nirgendwo im Sozialsystem gibt es so hohe Selbstbehalte, nirgendwo wird so rigoros auf das eigene

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