Zeitgeschichte

Grenzbalken im Kopf

Politik, FALTER 51/07 vom 19.12.2007

Während die EU wächst und sich vereint, florieren die Border Studies. "Europa und die Grenzen im Kopf" nannte der Wieser Verlag einen reichhaltigen Sammelband über die Geschichte der Friktionen zwischen Europas Osten und Westen. Der Titel ist Programm, zeigt er doch die Nachhaltigkeit des Eisernen Vorhangs weit über Zollbarrieren und selbst Stacheldraht hinaus. Wenn dieser Tage mit Schengen eine weitere Schranke fällt und sich das Grenzregime der EU nach Osten verschiebt, lohnt ein Blick auf die Geschichte dieser ebenso wechselhaften wie wirkungsmächtigen Linie.

Wer nämlich fast zwanzig Jahre nach der samtenen Revolution an eines der ehemaligen Enden zweier Welten fährt, etwa in die benachbarten Städte Gmünd und Ceské Velenice an der österreichisch-tschechischen Grenze, und dort alte Zeitungen studiert oder Anrainer befragt, wird diesen imaginären Grenzen begegnen. Und erkennen, wie vielschichtig die Distinktionen zwischen dem "Wir" und den "Anderen" sind.

So schrieb etwa die

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  642 Wörter       3 Minuten

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