Birgit, wir fahren nach Graz!

Begegnungen, Diskussionen, Screenings und kulinarische Aspekte der Gastfreundschaft: Warum österreichische Filmschaffende zum Filmfestival nach Graz anreisen und warum nicht. Eine Standortbestimmung.

Herwig Höller
STEIERMARK, FEUILLETON, FALTER 13/08 vom 25.03.2008

Fünf Tage Film total in fünf Kinos, 157 Vorstellungen, eine Werkschau des österreichischen Films, zahlreiche Specials mit Beiträgen aus dem In- und Ausland, eine Eröffnung mit Othmar Schmiderers Dokumentarfilm „back to africa“ in der Helmut List Halle. Aber welche Rolle spielt das heuer zum letzten Mal von Birgit Flos kuratierte Festival des österreichischen Films für das Filmschaffen im Lande, das sich zuletzt dank der Verleihung des Auslandsoscars an Stefan Ruzowitzky für „Die Fälscher“ wieder einmal als kleine europäische Filmhochburg feiern durfte? Ruzowitzkys preisgekrönter Film, der im vergangenen Jahr als möglicher Eröffnungsfilm der Diagonale im Gespräch war – schließlich aber wurde mit Sabine Derflingers Spielfilm „42plus“ gestartet –, läuft zwar im aktuellen Diagonale-Programm, ob der Regisseur zum Festival kommen wird, war vergangene Woche noch nicht klar. Aber auch manch andere renommierte Vertreter der österreichischen Filmszene wird es diesmal nicht nach Graz schaffen. Michael Haneke etwa, der gerade Besseres zu tun hat, an neuen Filmen arbeitet und daher gar nicht im Lande weilt, wie er berichtet. Was also motiviert Vertreter der österreichischen Filmszene, nächste Woche nach Graz zu kommen? Welche Erwartungshaltungen werden mit dem Festival verbunden? Wir haben nachgefragt.

Eine kleine Premiere

Für Ruth Beckermann ist es eine kleine Premiere. Und das, obwohl die Wiener Filmemacherin eine langjährige Besucherin der Diagonale in Graz ist, sich wiederholt für das Festival engagiert hat und auch oftmals mit ihren filmischen Arbeiten hier vertreten war – zuletzt 2007 mit der Doku „Zorros Bar Mizwa“. Aber zur diesjährigen Eröffnung des Festivals, das am nächsten Dienstag mit „back to africa“ startet, wird die Regisseurin eigens anreisen: „Ich freue mich, dass ein Dokumentarfilm und ein Film von Othmar Schmiderer gezeigt wird.“ Anschließend kehrt Beckermann, die heuer keinen Beitrag im Programm hat, wieder nach Wien zurück. Um allerdings das Wochenende dann erneut auf der Diagonale zu verbringen: „Ich komme wieder, weil ich da Leute treffe, die ich sonst nicht sehe. Weil es interessante Begegnungen gibt. Ich schaue mir auch ein paar Filme an.“

ANZEIGE
  1192 Wörter       6 Minuten

Sie haben bereits ein FALTER-Abo?


Sie nutzen bereits unsere FALTER-App?
Klicken Sie hier, um diesen Artikel in der App zu öffnen.

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Print + Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • Wöchentliche Print-Ausgabe im Postfach
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren

1 Monat Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
Jetzt abonnieren

Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Artikel der aktuellen Ausgabe finden Sie in unserem Archiv.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!