Nachgesehen

Diebstahl eines toten Milliardärs: Das kann nur Juristen einfallen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet


Florian Klenk

Politik, FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Charlie Chaplin musste es über sich ergehen lassen, Montesquieu und Mussolini. Nun hat es auch den toten Milliardär Friedrich Karl Flick erwischt - sein Grab in Velden wurde geschändet, sein 200 Kilo schwerer Sarg vergangenen Donnerstag gestohlen. Es müssen wohl mehrere Täter gewesen sein, mutmaßt die Polizei, die nach der Flick-Sarg-Entführung auch das Urnengrab Jörg Haiders mit Sonderstreifen bewacht. Vielleicht sind die Räuber spitzfindige Juristen, die ihr Risiko wohlkalkulierten: In Zeitungen ist ständig von "Erpressung" die Rede, doch Strafrechtler zweifeln, ob eine solche vorliegt. Denn es wurde ja - anders als bei Entführungen von Lebenden - niemand mit dem Umbringen bedroht, sondern "nur" die Totenruhe gestört - Strafrahmen bis zu sechs Monate. Sollten die Grabschänder unbescholten sein, kommen sie mit einer Bedingten davon. Ihr Problem: Sie haben beim Diebstahl auch die Gruft beschädigt. Darauf stehen bis zu zwei Jahre Haft.

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