Komakriechen
In London oder Berlin sind die organisierten Sauftouren fast schon legendär. Jetzt hat auch Wien einen Pub Crawl
Reportage: Joseph Gepp
Es gibt Insignien moderner Städte, bei denen fragt man sich, ob sie wirklich sein müssen. Zum Beispiel Pub Crawl, Deutsch etwa "Beislkriechen". In London kann man Beislkriechen, in Prag, in Berlin sowieso. Nur in Wien, der lumpigen Provinzstadt, gab's bisher keinen Pub Crawl.
Bisher. Denn nun findet sich in einem vornehmlich von US-Amerikanern frequentierten Innenstadtlokal ein Werbezettel: SOS Pub Crawl Vienna. Four bars and one club, free shots, multilingual guides, international flair. Beislkriechen in Wien. Für nur zehn Euro. Das wird was.
Pub Crawl bedeutet, dass ein Rudel wildfremder Menschen mittels kundigem Führer von Beisl zu Beisl und Disco zu Disco geleitet wird. Und auch zwischen den Lokalen macht oft die Schnapsflasche die Runde. Deklariertes Ziel ist die mit dem Vollrausch einhergehende Hemmungslosigkeit.