Die Chronik einer Kampagne

Die Aufregung von ÖVP und Krone um die SPÖ-Stiftung ist übertrieben. Schuld daran ist auch die SPÖ

Donja Noormofidi, Herwig Höller
STEIERMARK, POLITIK, FALTER 29/09 vom 14.07.2009

Alles hätte so schön bleiben können, so schön wie damals am 16. April im Wiener Café Landtmann, wo der steirische Landeshauptmann Franz Voves vor Journalisten forderte, die Zeit der Gier müsse vorbei sein, und für eine höhere Besteuerung von Vermögen eintrat. Ein SPÖ-Mitglied rief aus dem Café Landtmann Gernot Romar, Pressesprecher von Klubchef Walter Kröpfl, an und erzählte begeistert, er habe noch nie eine so tolle Pressekonferenz erlebt.

Doch drei Wochen später waren die tollen Zeiten vorbei. Im Format erschien ein kleiner Artikel mit dem Titel: „Franz Voves: Kämpfer für Vermögenssteuern gehört selbst zu den Stiftungsprofiteuren“. Voves hatte den Umstand, dass die steirische SPÖ selbst ihr Geld steuerschonend in einer Stiftung namens „Zukunft Steiermark“ geparkt hat, nicht erwähnt, obwohl er dem Stiftungsbeirat vorsitzt.

Seither steckt Voves in der Krise, Gerald Grosz (BZÖ) spricht von einem „durchs Land lügenden Landeshauptmann“. Die ÖVP bezichtigt Voves ebenfalls der Lüge, quält ihn im Landtag mit Fragen und vermutet ein „dubioses Finanzierungsnetzwerk“. Sie versucht die SPÖ-Stiftung zu einem zweiten Fall Herberstein hochzukochen. Unkontrollierte Förderungen an den Tierpark hatten Waltraud Klasnic 2005 den Landeshauptmannsessel gekostet. Die ÖVP hofft nun mit Hilfe des „Stiftungs-Skandals“ Voves bei der Landtagswahl 2010 vom Thron stoßen zu können. Unterstützt wird sie von der Kronen Zeitung, die seit Monaten scharf gegen Voves schießt.

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