Kolumne

Berlusconis Machtmissbrauch untergräbt das säkulare Italien

Außenpolitik Außenpolitik

Franz Kössler
Falter & Meinung, FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Dass Silvio Berlusconis Doppelrolle als Medienzar und Regierungschef demokratiegefährdend ist, war bekannt. Jetzt zeigt sich, wie weit die Gefährdung gediehen ist. Dieser Mann – schreibt Spaniens größte Zeitung – ist lächerlich, wie seine Ehefrau sagt, aber auch eine öffentliche Gefahr. El Pais, die erste liberale Zeitung nach der Franco-Diktatur, erinnert daran, dass der Faschismus von Italien ausgegangen ist. Viele Europäer würden Berlusconis Machtmissbrauch mit Sorge verfolgen. Die linksliberale italienische Zeitung La Repubblica bestätigt: Berlusconi strebt nach der absoluten Macht. Beide Blätter hat Berlusconi verklagt, weil er sich durch ihre kritische Berichterstattung über seine Sexgeschichten verleumdet fühlt. Ein Aufruf zum Schutz der Meinungsfreiheit hat bisher über 270.000 Unterschriften erhalten.

Nun hat Berlusconi eine Front eröffnet, an der noch kein italienischer Politiker siegreich gewesen ist: Er ist auf Konfrontation mit der katholischen Kirche gegangen.

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  658 Wörter       3 Minuten

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