Seinesgleichen geschieht

Die Wirtschaft, die Kriminalität und die Jagdgesellschaft

Der Kommentar des Chefredakteurs

Armin Thurnher
Falter & Meinung, FALTER 34/10 vom 25.08.2010

Vergangenen Sonntag hörte ich einen Vortrag von Jakob von Uexküll, dem Gründer des alternativen Nobelpreises. Er sprach zum Abschluss der jährlichen Denker- und Umdenkerveranstaltung Globart im Waldviertler Kloster Pernegg. Uexküll berichtete von einem Besuch im Stephansdom und von seinem Entsetzen, als er für das Betreten des Kircheninneren zahlen hätte sollen. Den von Jesus aus dem Tempel vertriebenen Geist habe er mitten im Tempel vorgefunden.

Was hätte Uexküll gesagt, hätte er gesehen, wie vor wenigen Jahren noch Werbetransparente den Südturm des Doms verhüllten, zum Zeichen, dass ein Freiraum innerhalb der Gesellschaft sich – zu großen Teilen – dem Diktat der wirtschaftlichen Vernunft unterworfen hat? Das Gleichnis vom Tempel legt ja nahe, dass sich die Kirche als ein solcher Freiraum versteht.

Derartige Freiräume werden knapp, die wirtschaftliche Rationalität – oder Irrationalität – überwuchert alles. Kaum eine öffentliche Institution, die nicht von Werbung

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