„Ich habe ein Problem mit dem Wort Integration“

Am kommenden Sonntag wird der Wiener Gemeinderat gewählt. Migration und Integration gehörten zu den Schlagwörtern im Wahlkampf. Ein Künstlergespräch über die Marke Tschusch, rechtsradikale Muttis und türkische Omis

MATTHIAS DUSINI, WOLFGANG KRALICEK
FEUILLETON, FALTER 40/10 vom 05.10.2010

Diese Angabe gehört schon fast zu den Gemeinplätzen einer Künstlerbiografie: geboren in Belgrad oder Istanbul, lebt in Wien. Es häufen sich Ausstellungen osteuropäischer Kunst, Festivals für Balkanmusik und Verlagsschwerpunkte über Weltliteratur. Der Künstlerbonus exotischer Andersartigkeit ist im Alltag allerdings wenig wert. Hier herrschen Rassismus und Visumzwang. Anlässlich der bevorstehenden Gemeinderatswahl bat der Falter drei in Wien lebende Künstler, denen Ankerbrot und Hochquellwasser nicht in die Wiege gelegt wurden, an einen Tisch.

Falter: Migration war das Thema im Wahlkampf für den Wiener Gemeinderat – nicht nur bei der FPÖ, sondern erstmals auch bei der regierenden SPÖ. Wie haben die Slogans auf Sie gewirkt?

Hüseyin Tabak: Die SPÖ-Wahlplakate, die ich bisher gesehen habe, vermittelten nur die Botschaft: Es gibt Probleme und wir sind nicht so wie die Rechten. Lösungsvorschläge waren keine dabei. Eigentlich sollte man gar nicht von einem Migrationsproblem sprechen, denn durch diesen häufig verwendeten Begriff fühlt sich jeder, der einen Migrationshintergrund hat, als Problem. Ich habe mich allerdings viel mehr mit dem beschäftigt, was von der Gegenseite zu hören ist.

  2470 Wörter       12 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Feuilleton-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige