Oh mein Gott, wer hat da Kunst eingebaut?

Steiermark, FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Zwei neue Arbeiten von Werner Reiterer - eine für die Kirche, eine für die Wirtschaft - weisen verblüffende Parallelen auf

Kunstschau: Thomas Wolkinger

Wenn Pfarrer Hermann Glettler wieder einmal gefragt wird, warum er sein Gotteshaus mit moderner Kunst vollräume, erzählt er gerne, wie die ursprünglich karge spätgotische St.-Andrä-Kirche im 18. Jahrhundert üppig barockisiert wurde und dann in einer zweiten Erneuerungswelle 1876 von August Ortwein auch noch eine Fassade im Stil der Neorenaissance verpasst bekam. Er habe nun, als er vor elf Jahren die Pfarre übernahm, einfach eine "dritte Welle" in Gang gesetzt. "Jede Zeit hat den Auftrag, mit ihren Gebäuden kreativ umzugehen."

Neuester Kreativzuwachs: eine "Bausünde" in der Fassade, verschuldet von Werner Reiterer. Schon 2001 hatte Glettler begonnen - nebst zahlloser Interventionen im Kirchenraum -, auch die industrieverglasten Fenster durch künstlerische Positionen ersetzen zu lassen. Den Anfang machte Markus Wilfling, indem er

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