Mach kein Theater

Volkstheater für Zeitgenossen, Boulevard für Bobos: Thomas Gratzers Rabenhof ist Wiens erfolgreichste Off-Bühne


WOLFGANG KRALICEK

MEDIEN, FALTER 45/10 vom 09.11.2010

Der Rabenhof ist das Theater für Leute, die eigentlich nicht ins Theater gehen. Alles, was den Menschen an Theater Angst macht, versucht man hier zu vermeiden. Wer den Rabenhof besucht, kann sich ziemlich sicher sein, dass ihm keine langweilige, anstrengende oder unlustige Aufführung geboten wird.

Klingt toll. Aber ist das, was im Rabenhof gespielt wird, überhaupt noch Theater? Manches eindeutig ja, manches sicher nicht. Meistens lässt es sich schwer einordnen. Was für ein Genre ist das, wenn die glamourös-proletarische Kunstfigur Austrofred Fremdsprachenunterricht erteilt („Learning English with Austrofred“) oder wenn der Kabarettist Martin Puntigam gemeinsam mit zwei Physikern populärwissenschaftliche Experimente veranstaltet („Science Busters“)? Und wie sagt man zu einem Abend, an dem der Ex-Burgschauspieler Cornelius Obonya im Alleingang einen ganzen Film spielt („Cordoba“)?

„Der Rabenhof ist ein Theater, für das ein neuer Theaterbegriff erfunden werden muss“, meint Hausdramaturg Matthias Jodl. „In der Wiener Kulturszene wird wahnsinnig viel in Schubladen gedacht“, sagt der Kabarettist Florian Scheuba. „Projekte, die sich schwer einordnen lassen, finde ich per se spannender.“

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