Choreografin Doris Uhlich geht ins Kino und redet über Ballett

Feuilleton, FALTER 17/11 vom 27.04.2011

Doris Uhlich kommt direkt vom Flughafen. Sie war gerade in New York, wo sie ihre aktuelle Soloperformance "Rising Swan“ gezeigt hat. Der Falter lud die Wiener Choreografin ein, sich Frederick Wisemans Dokumentarfilm "La Danse“ über das Ballett der Pariser Oper (Rezension siehe links) anzusehen und anschließend darüber zu reden.

Falter: Was für ein Verhältnis haben Sie zu Ballett?

Doris Uhlich: Einige Arbeiten von mir kreisen ums Ballett. Ich finde es schon ziemlich scharf, dass es da so eine Tanzsprache gibt, die seit Jahrhunderten fixiert ist und noch immer besteht. Wobei ich die Geschichte des Balletts oft spannender finde als das, was ich dann in der Oper sehe. Da schweifen meine Gedanken oft nach einer Viertelstunde ab, weil sich das Bewegungsvokabular wiederholt.

Und was finden Sie an der Ballettgeschichte spannend?

Uhlich: Zum Beispiel die Entstehung des Spitzentanzes im 19. Jahrhundert. Zur Zeit der Industrialisierung wollte man der Welt mit dem Spitzenschuh entfliehen, das

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