Sag zum Abschied leise Servus

Abschiedsbesuch: Birgit Wittstock
Stadtleben, FALTER 32/11 vom 10.08.2011

Die Diakonie hat mit der Grimmgasse ihre älteste Asyleinrichtung geschlossen

Es ist still geworden im Innenhof. Da, wo einst junge Afrikaner in betont lässiger Montur am Fensterbrett lehnten und sich zigarettenrauchend die Zeit vertrieben, wo Tschetschenen gemeinsam mit Georgiern, Indern, Iranern, Ukrainern und Bangladeschern Stunden totschlugen - mal lachend, mal streitend -, hört man heute nur noch die Regentropfen auf den Beton klatschen.

Der graue Block in der Grimmgasse 6, eine dieser wenig befahrenen Vorstadtgassen in Rudolfsheim-Fünfhaus, war 15 Jahre lang die erste Anlaufstelle für Asylwerber in Wien. In dem Haus der Diakonie, dem Sozialwerk der evangelischen Kirche, lebten bis zu 150 vorwiegend junge Männer aus mehr als 25 Ländern, aber auch Familien und alleinstehende Frauen mit ihren Kindern. Ende Juli musste die Diakonie das Wohnheim schließen: Zu groß waren die Verluste. Zwar bekam sie Förderungen vom Europäischen Flüchtlingsfonds und dem Innenministerium, doch überstiegen

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