Avantgarde auf großer Fahrt

Vorschau: Michael Omasta
Feuilleton, FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Eine Filmreihe samt Begleitbuch bietet einen Überblick über den heimischen Experimentalfilm

Eine der schönsten die heimische Filmavantgarde betreffenden Anekdoten geht auf eine Vorführung von Peter Kubelkas "Arnulf Rainer“ (1960) zurück: ein absoluter Film, der zur Gänze aus schwarzen und weißen Kadern besteht, Stille und weißem Rauschen. "So etwas kann auch nur meinem Buben passieren“, soll Mutter Kubelka im Kino mit vor Entsetzen zusammengeschlagenen Händen gerufen haben: "Jetzt ist der Projektor kaputt!“

So ändern sich die Zeiten! Kein anderer österreichischer Filmemacher - mit Ausnahme von Michael Haneke, vielleicht! - genießt heute weltweit ein solches Ansehen wie Kubelka. Doch steht er damit keinesfalls allein da. Der österreichische Avantgardefilm war schon führend, als hierzulande noch niemand von Oscars oder Oscar-Nominierungen zu träumen wagte. Filmemacher wie Peter Tscherkassky, Lotte Schreiber, Norbert Pfaffenbichler, Mara Mattuschka, Johann Lurf, Karoe Goldt,

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  644 Wörter       3 Minuten

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