Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Kokx

Über herbfruchtige Flüssigkeiten: So chic kann Alkoholfreies sein

Stadtleben, FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Es ist nicht leicht, ohne Alkohol ein einigermaßen schickes Leben zu führen. Mit einem Mango-Lassi, Yogi-Tee oder Pago-Fruchtsaft (womöglich noch mit Leitungswasser auf einen halben Liter mit dem obligaten Dafür-zahl-ich-nichts-Blick bestellt) lässt sich kein ordentliches Thekengespräch des Nächtens führen. Solche (sicherlich schmackhaften) Wässerchen sollten Privaträumen, Nachmittagskränzchen oder Mittagstischen vorbehalten sein. Ausnahmen für diese These bilden Drinks wie Coca-Cola, Tonic oder ganz einfach Mineralwasser. Die ganze Energy-Fraktion ist auch oft zu süß, zu ungesund, und letztlich muss man sich - bei übermäßigem Konsum - auf eine durchwachte Nacht einstellen. Zugegeben setzt der alkoholfreie Drink Kokx (Brunner & Danzinger KG) zu sehr auf die Sauberer-Stoff-Masche. Die Assoziation zur Droge Kokain ist natürlich vorhanden, immerhin wurde für dieses Säftchen legales Kokablattextrakt verwendet, kombiniert mit der fruchtigen Note der aus dem Amazonasgebiet stammenden Açaí-Beere.

Die Rohstoffe kommen aus fernen Ländern, gebraut und abgefüllt wurde in Österreich. Der CO2-Abdruck dieses Drinks ist wahrscheinlich dennoch eine Katastrophe, zumal ein Viertelliter im Einwegglasflaschengewand steckt - aber die Ökobilanzen dieser Welt sind ja auch so biegsam wie eine sich im Wind wiegende Palme. Herb ist der schicke Saft, die Açaí-Beere kommt auf süßen Sohlen daher: sympathisch anders, aber geschmacklich nicht ganz rund. MS

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