Buch der Stunde

"Tranken Wein, Bier, Champagner"

Erich Klein
Feuilleton, FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Luc Bondy, das bedeutet Theater-Jetset. Wie seine Prosafragmente "Meine Dibbuks" (2005) und der Roman "Am Fenster"(2009) geizen auch seine Gedichte nicht mit großer existenzieller Bühne. Bescheiden, still und voller Stil heben die 49 Texte unter dem Titel "Toronto" mit einer spätromantischen Ouvertüre an: "Die kleinen Strophen / Nur weil dein Herz abstirbt / Dein kleines Herz " Understatement ist aber nicht immer obligatorisch: "Wir saßen drin / Tranken und weinten vor Angst / Dass dies schwebende Ding / In den Höhen könnt' zerplatzen / Tranken Wein, Bier, Champagner."

Auf sinistre Momente des Glücks in London folgt ein surreales Lied von einer Eidechse im Wiener Hotel Imperial. Die Vorbereitungen für ein gelungenes Gelage samt Diener, polierten Schuhen und Frack finden selbstverständlich "unweit von meinem Schloss in der Dordogne" statt. Es ist aber nicht die weltgewandt komödiantische Hochstapelei in Seelendingen und mit schlichtem Wortmaterial, was diese lakonischen Notizen,

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  320 Wörter       2 Minuten

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