Na Mahlzeit, Kinder!

Zwischen Fließbandfriteuse, Panieranlage und Gefrierstraße: was Wiener Kindergarten- und Schulkinder auf ihre Teller bekommen


NINA HORACZEK

STADTLEBEN, FALTER 15/13 vom 09.04.2013

Fünfeinhalb Tonnen Rinderfaschiertes, vermischt mit mehr als 600 Kilo Semmelbröckerln, schieben sich durch einen riesigen Nirostatrichter. Ein spezieller Aufsatz presst tausende Laibchen aus der Fleischmasse, die durch 400 Liter kochendes Rapsöl gezogen werden. Weiter geht’s per Fließband in den „Heißlufttunnel“, in dem das Fett abgeblasen wird, danach kommt, um die Saftigkeit des Fleisches zu erhöhen, der „Dampfer“.

Wir sind nicht bei McDonald’s. Diese Fleischlaberln aus der Frittierstraße in Wien-Oberlaa liegen knapp 24 Stunden später auf den Tellern von etwa 50.000 Wiener Kindergarten- und Schulkindern. Die Firma Gourmet aus St. Pölten, ein Betrieb aus dem Hause Raiffeisen, ist der Platzhirsch unter heimischen Kinderverköstigern. Als zweiter Anbieter liefert in Wien Max Catering täglich bis zu 14.800 Portionen an öffentliche Schulen und Kindergärten.

Mehr als 160.000 Kinder in Österreich nehmen wochentags ihr Mittagessen in der Schule oder im Kindergarten zu sich. Fast die Hälfte dieser Auswärts-Esser lebt in Wien. Über das, was Kinder essen, liest man meist nur, wenn etwas schiefläuft. Wie etwa vergangenen September, als der Weltmarktführer Sodexo verunreinigte Tiefkühlerdbeeren aus China ins Menü mischte und daraufhin 11.000 ostdeutsche Kinder an Brechdurchfall erkrankten.

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