Der Bote mit den fremden Händen

Handlesung: Thomas Ballhausen
Feuilleton, FALTER 50/13 vom 11.12.2013

Unter den vielen interessanten Comic-Neuerscheinungen ragt Quentin Vijoux’ düstere Gesellschaftsfabel "Eugène“ heraus

Klingel!“ - das ist die wenig missverständliche Aufforderung Jeannes an das vor ihr liegende Telefon. Sie erwartet sehnsüchtig einen Anruf ihres Verlobten Eugène, der überraschend eine neue Arbeit in der nicht näher bezeichneten "Stadt“ angeboten bekommen hat. Und während Jeanne im gemeinsamen, isoliert auf einem Hügel thronenden Haus auf das erlösende Lebenszeichen wartet, rücken die Schatten des Zweifels und der Vergangenheit ihr immer näher. Denn Eugène, der höchst ambivalente Held aus Quentin Vijoux’ umwerfendem Debütcomic, hat eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Geheimnissen.

Da sind etwa die per Post eintreffenden gelben Kuverts, auf denen "immer die gleiche Krakelschrift“ prangt, und die ungeöffnet in eine Schublade wandern. Die mit wenigen gelungenen Strichen entworfenen Zweifel in Jeannes Gesicht begleiten Eugènes Ausflüchte und

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  464 Wörter       2 Minuten

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