Wieder gelesen Bücher, entstaubt

Neue Rechte in Osteuropa

BARBARA TÓTH
Politik, FALTER 16/14 vom 16.04.2014

Wer sich in die Geschichte der rechtsradikalen Jobbik-Partei in Ungarn vertiefen will, greift am besten zu dem 2010 erschienenen Buch "Aufmarsch" von Gregor Mayer und Bernhard Odehnal. Die beiden erfahrenen Osteuropa-Journalisten zeichnen in sehr gut lesbaren Kurzbiografien, Reportagen und Analysen ein Bild dieser Bewegung.

"Aufmarsch" liefert auch einen guten Überblick über andere nationalistische bis rechtsradikale Gruppierungen in Osteuropa. Die Autoren erklären wiederkehrende Muster -etwa Bezüge zur Jugendkultur - und die Herkunft der jeweiligen nationalen Feindbilder. Das Buch ist somit auch eines über Europa, wenngleich eher über das Trennende als über das Vereinende. Am Schluss spenden die Autoren ein wenig Trost: Auch wenn die Rechtsextremisten in allen Ländern ähnliche Feindbilder und Narrative verwenden, werden sie nie zu einer "Rechten Internationale" zusammenfinden. Denn selbst der überzeugteste Nationalist im Nachbarland ist in den Augen des "autochthonen" Nationalisten ein "Ausländer".

Gregor Mayer und Bernhard Odehnal: Aufmarsch. Die rechte Gefahr aus Osteuropa. Residenz, 304 S., € 21,90

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