Die Sause hat System

Gute Stürmer, rohe Sitten, böse Fifa: Am Ende der Fußball-WM in Brasilien bleiben ein paar einfache Lehren

Johann Skocek
STADTLEBEN, FALTER 29/14 vom 15.07.2014
Foto: EPA / Jonathan Jaramillo

Foto: EPA / Jonathan Jaramillo

Als der argentinische Stürmer Palacio gegen Ende des Finales die zweite riesengroße Chance der Argentinier nicht verwertet hat, war mir klar: Das verlieren sie.“ Der Sportwissenschaftler und Trainerausbildner Johannes Uhlig hat fünf Wochen lang die Fußballweltmeisterschaft analysiert. Am Ende bleiben ein paar einfache Lehren: Ohne guten Stürmer (Klose, Messi, Neymar, Robben) geht nichts mehr.

Die Sitten verrohen, siehe die Verletzung Neymars und die Schwalbenflüge des Niederländers Robben. Der Weltfußballverband Fifa schert sich nicht um die Gesundheit der Spieler, sonst würde man die Schiedsrichter nicht nach Weltgegenden, sondern nach Qualität aussuchen. Und schließlich: Nicht das System ist ein spielentscheidendes Kriterium, sondern die Fähigkeit der Spieler, die eingelernten Schablonen zu befolgen und im richtigen Augenblick außer Kraft zu setzen.

Jetzt Urlaub. Die deutsche Mannschaft tritt ihn als Weltmeister an. Die deutschen Touristen werden auch noch die entferntesten Gegenden der Welt mit Triumphsausen überziehen. Das Finale 1:0 vergangenen Sonntag gegen die Argentinier dank eines fußballerischen Leckerbissens von Mario Götze in der 113. Minute beendete ein Turnier, das die Kurz- und Langweiligkeit des Fußballs sowie seine politischen und sozialen Konsequenzen demonstrierte wie noch kaum ein Turnier vorher.

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  1215 Wörter       6 Minuten

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