Arbeitet, lebt und liebt in Wien

Die World-Music-Szene der Stadt hat in den letzten Jahren einen ungeheuren Aufschwung genommen und das Leben in Wien bereichert


SEBASTIAN FASTHUBER

FEUILLETON, FALTER 32/14 vom 05.08.2014

Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Als Mädchen hatte Golnar Shahyar einen Traum. Einen, den sie mit vielen anderen Mädchen auf der Welt teilt: Sie wollte Sängerin werden. Im Iran, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte, wäre er allerdings nur sehr schwer zu verwirklichen gewesen: „Musik wird dort als Beruf nicht so ernst genommen. Mittlerweile dürfen Frauen im Iran laut Gesetz auch nicht mehr allein als Sängerinnen auftreten, sondern nur mehrstimmig oder zusammen mit Männern.“

Als sie 16 war, zog Shahyar mit ihren Eltern nach Kanada. Ans Singen dachte sie nur mehr selten. Nach dem Abschluss eines Biologiestudiums tauchte die Frage nach der Musikkarriere dann aber doch wieder auf und wurde in Wien, wo die heute 29-Jährige vor sieben Jahren landete, schließlich noch ganz ernsthaft angegangen.

Gemeinsam mit Mona Matbou Riahi (ebenfalls aus dem Iran) und Jelena Popržan (aus Serbien stammend) betreibt Shahyar das formidable Trio Sormeh. Es ist ein wunderbares Beispiel für eine moderne Form von Weltmusik, die aus vielen Quellen schöpft, ohne auf Reinheitsgebote zu achten. Sormeh spielen eine melancholische, moderne Interpretationen von Liedern aus der sephardischen, armenischen, bulgarischen oder griechischen Tradition. Außerdem singt Shahyar noch in dem persischen Trio Sehrang und im Ethno-Jazz-Quartett Choub.

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