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Pressekolumne

BARBARA TÓTH
Medien, FALTER 39/14 vom 24.09.2014

Am Wochenende das Zeit-Magazin gelesen und wieder ein neues Wort aus der Zeitgeist-Journo-Soziologie dazugelernt. Es gibt jetzt auch den "Besserbürger". Er definiert sich nicht, wie einst die "Lohas" (Lifestyles of Health and Sustainability), darüber, dass er ökologisch bewusst konsumiert, sondern er sucht nach Insignien absoluter Stilsicherheit. Seltene Objekte, deren tiefere Bedeutung nur Eingeweihte verstehen. Ein Nussknacker von Jasper Morrison etwa, eine portugiesische Zahnpasta namens "Couto" oder ein Fahrrad von Koga Miyata.

Der Autor, Matthias Stolz, gesteht immerhin ein, selbst so ein Besserbürger zu sein. Aber ironische Distanz zur Selbstdiagnose fehlt ihm völlig.

In zehn Jahren wird man diesen Essay als Beispiel dafür lesen können, in welche seltsame Fantasiewelten der Selbstvergewisserung sich die Erbengeneration flüchtete, während rund um sie alles krachen ging. Ziemlich spooky.

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