Die Sprache ist aller Liebe Anfang

Wortfetischist und Multitalent: Leopold von Verschuer inszeniert den französischen Theatererneuerer Valère Novarina


Porträt: Sara Schausberger

Feuilleton, FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Das Ei lässt sich nicht gut schälen. "Schlecht abgeschreckt", bemerkt der Schauspieler Leopold von Verschuer bei seiner Lesung im Literaturhaus. Dann fragt er das Publikum, ob jemand Salz dabeihabe. Er liest die Erzählung "Erste Liebe" von Samuel Beckett, der Cellist Bo Wiget begleitet ihn dabei. Einmal im Jahr, pünktlich zu Becketts Geburtstag, veranstalten die beiden ihre "krachmusikalische Lesespeisung", die in hundert Jahren an hundert verschiedenen Orten aufgeführt werden soll. Dieses Jahr war Wien dran.

Mit dem Stück "Homo Automaticus - Der Monolog des Adramelech" von Valère Novarina wird der Schauspieler in diesem Monat noch einmal in der Stadt sein. Die beiden Gastspiele nennt er seine "kleinen Vorabwienerfestwochen".

Alles, was Leopold von Verschuer macht, ist aus seiner Liebe zur Sprache heraus entstanden. Schauspieler wurde er, weil er in seiner Jugend surrealistische Texte schrieb und aufführte. Er, der in Brüssel als Sohn deutschsprachiger Eltern aufwuchs, wurde Übersetzer,

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