Der Pakt mit dem Kraken

Facebook lockt die großen Zeitungsverlage zu Kooperationen. Werden sie ihre Kundendaten und ihre publizistische Souveränität verlieren?

BIANCA MAYER
MEDIEN, FALTER 18/15 vom 28.04.2015

Illustration: Oliver Hofmann

Illustration: Oliver Hofmann

Der Verhandlungspoker macht die Medienbranche seit Monaten nervös. Am Verhandlungstisch sitzt der altehrwürdige Verlag der New York Times, dessen Homepage binnen zwei Jahren die Hälfte der Zugriffe verloren hat. Auf der anderen Seite hat ein junger Konzern aus dem Silicon Valley Platz genommen, der zum Internetriesen herangewachsen ist und für diesen Verfall mitverantwortlich ist – Facebook. Es steht viel auf dem Spiel.

Lange kümmerte sich Facebook nicht um journalistische Inhalte. Das Angebot an Nachrichtenseiten lautete bloß: Verlinkt eure Inhalte auf unserer Plattform, so bekommt ihr mehr Klicks auf eurer Homepage. Nun hat der Milliardenkonzern Größeres vor. Er will Nachrichten direkt auf eigenen Facebook-Servern lagern. Nutzer sollen im Facebook-Universum bleiben und nicht per Link auf eine Nachrichtenseite wechseln. Für Facebook bedeutet das eine längere Verweildauer seiner Nutzer, mehr Werbeeinnahmen, mehr Daten, mehr Macht. Für die Verlage bedeutet das einen Verlust an Autonomie. Dafür bietet ihnen Facebook einen Deal an: Sie sollen an seinem wachsenden Werbekuchen mitnaschen dürfen.

Nicht nur die New York Times ist interessiert an dem Geschäft, auch BuzzFeed verhandelt mit Facebook. Aber lohnt es sich überhaupt, mit dem blauen Datenkraken Geschäfte zu machen?

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