Mit dem Untergang kam der Aufstieg

Mit ihrem Endzeitroman "Winters Garten" ist die junge Grazerin Valerie Fritsch zum Shootingstar der heimischen Literatur avanciert

Tiz Schaffer
STEIERMARK, FALTER 19/15 vom 05.05.2015
Foto: Jasmin Schuller

Foto: Jasmin Schuller

Valerie Fritsch liegt auf dem Sofa ihrer Wohnung, die sich in der Nähe des Grazer Hilmteichs befindet. Die Wohnung ist nicht allzu groß, liegt aber ausgezeichnet, ist eine von mehreren in einer prächtigen Villa. „Es gibt hier massenhaft Eichhörnchen. Sie sind das Erste, was man sieht, wenn man in der Früh aus dem Fenster blickt“, erzählt Fritsch. Die junge Literatin hängt an einer Infusion. Die Flasche hat sie an einem grauen Regenschirm angebracht, den Schirm in den Spalt zwischen der Rückseite des Sofas und der Wand gesteckt, die Lösung fließt in ihre Vene. Sie wirkt erschöpft und wartet auf die Fragen. Seit ihr Roman „Winters Garten“ erschienen ist und ein fulminanter Erfolg wurde, muss sie ständig viele Fragen beantworten.

Erst vor einigen Tagen ist Fritsch von einer mehrwöchigen Reise aus Asien zurückgekommen, gab umgehend in der Alten Schmiede in Wien eine „postburmesische Jetlaglesung“, anschließend standen zahlreiche Interviews an. Danach suchte sie ein Schmerzanfall heim – Fritsch leidet unter Endometriose, einer chronischen Erkrankung der Gebärmutter, ihren Uterus bezeichnet sie als „rebellisch“. Und nein, es sei ihr nicht zu intim, wenn das so in der Zeitung steht, sie „nehme an Krankheiten keinen Anstoß“.

Valerie Fritsch wird in den kommenden Tagen 26 Jahre alt. Vor rund sechs Jahren hat sie sich dafür entschieden, von der Literatur leben zu wollen. Das ist ihr auch gelungen, wie sie zufrieden feststellt. Zahlreiche Preise und Stipendien gingen in den letzten Jahren auf ihr Konto. „Ich bin damit ausgekommen, ohne dass ich zusätzlich arbeiten musste.“ Ihr Jus- wie auch das Germanistikstudium hat sie hingeschmissen. Zuletzt erhielt sie Anfang des Jahres den mit 10.000 Euro dotierten steirischen Peter-Rosegger-Literaturpreis.

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