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Pressekolumne

NINA HORACZEK
Medien, FALTER 24/15 vom 10.06.2015

Da spürt man bei jedem einzelnen Buchstaben direkt das Blut aus der Computertastatur herausspritzen. Martina Prewein, viele Jahre Kriminaljournalistin bei News, ist jetzt für die Kronen Zeitung auf "Spurensuche in einer kranken Seele". Die Frau fürs journalistisch Grobe lässt uns am Doppelmord an einem Pensionistenehepaar in Wien-Donaustadt teilhaben.

Damit wir uns richtig schön fürchten, lässt Prewein kein Detail aus: "Sie sind regelrecht hingerichtet worden, mit Dutzenden Dolchstichen, in den Kopf, in den Hals, in den Oberkörper. Der Körper der Frau: entkleidet. Mit brauner Lackfarbe prangten darauf zwei lateinische Worte:'Tantum ergo' - deshalb dieses." Der mutmaßliche Mörder "entledigte sich seiner Hose und Schuhe, wusch sich", berichtet die Krone. Diese Informationen bringen die Leser kein Stück weiter. Für die Angehörigen sind sie ein neuerlicher Schlag ins Gesicht. Aber Hauptsache, wir gruseln uns so schön.

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