Die Flucht kommt zurück

Zehntausende Flüchtlinge irren durch die Felder Slawoniens. Sie treffen auf Menschen, die kürzlich selbst Vertriebene waren

Reportage und Fotos: Nina Brnada/Tovarnik
Politik, FALTER 39/15 vom 23.09.2015

Der Slawonier schlägt das Metalltor vor seinem Haus zu und geht ruhigen Schrittes zum Syrer, der ein Baby im Arm hält und auf dem Gehsteig sitzt. Es ist ein heißer Tag in Tovarnik in Slawonien, im Osten Kroatiens, an der Grenze zu Serbien. Die Menschen hier sagen, nicht einmal im Juli habe die Sonne so heruntergebrannt wie in diesen Septembertagen. Der Slawonier hat in seinem Haus eine Glasflasche mit Wasser befüllt und bringt sie nun den Flüchtlingen.

Als er sie dem Syrer mit dem Baby reicht, nickt dieser und schraubt den Verschluss gleich auf. Neben ihm stehen Frauen und Kinder, die schon laufen können. Der Slawonier stellt sich dazu und stemmt seine Arme in die Hüften. Man spricht nicht miteinander, Englisch versteht der Slawonier nicht. Aber er versteht die Situation dieser Flüchtlinge - er war selbst einmal einer.

Der Slawonier hat nach einem Luftröhrenschnitt ein Loch im Hals, auf dem ein weißer Plastikknopf angebracht ist. Er drückt ihn jedes Mal, bevor er spricht. Dieser

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