Der Wahrheit und des Ehrgeizes Wellen

Der Schwimmverband ist das Opfer eigener Fehler und einer konzertierten Attacke von Gegnern

Analyse: Johann Skocek
Politik, FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Sportverbände und -vereine leben vom Glauben an ihre Rechtschaffenheit und ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Wohl. Deshalb subventionieren der Bund und die Länder sie mit rund 200 Millionen Euro pro Jahr. Wie in der Wirtschaft gibt es erfolgreichere Verbände und Vereine - manche haben mehr, manche weniger Erfolg.

Der Schwimmverband (OSV) gehört seit Jahren zu den Misserfolgsfällen. Seine Stars wie Weltrekordler Markus Rogan oder Europameisterin Mirna Jukić sind in Pension, und ihre Nachfolger gehören nicht einmal in Europa zur Spitzenklasse.

Außerdem haben Korruptionsfälle den Ruf des Verbandes ruiniert. Im Sommer wies eine Studie nach, dass im Schwimmverband vor Jahren systematischer Fördermittelmissbrauch betrieben worden war. Scheinrechnungen wurden Trainern und Sportlern zur Unterschrift vorgelegt, um damit Fördergelder zu lukrieren. Illegal, aber für einen guten Zweck, wie Funktionäre hinter vorgehaltener Hand argumentieren: für den Sport. Ähnliches Vorgehen soll zwar

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