Wiener Momente

Augenblick

U-Bahn-Schacht zwischen Taborstraße und Praterstern:

SP
Stadtleben, FALTER 08/16 vom 24.02.2016

Es ist kurz vor 19 Uhr, und in der U2 Richtung Seestadt freut man sich aufs Heimkommen. Mit dem vertrauten Geräusch des Beschleunigens und nach knapp einer Minute des Bremsens wiegt man sich in den Feierabend. Doch plötzlich ein Zischen, der Zug bleibt stehen. Draußen ist es stockfinster, willkommen im U-Bahn-Schacht. "Es geht gleich weiter", ruft der Fahrer, "hoffe ich", ergänzt er vorsichtig. Während der Wartezeit tun die Smartphones ihren Dienst, ihre Besitzer sind beschäftigt . Eine halbe Stunde später heißt es wirklich: aussteigen. Über eine kleine Leiter krabbeln die Fahrgäste hinaus in den Schacht. Kein böses Wort, kein grantiges Grummeln . Fröhlich ihre Selfies schießend wandert die gesamte Ladung eines U-Bahn-Zuges die 150 Meter bis zum Praterstern. Wien, du überraschst mich immer wieder!

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