Wir werden uns noch wundern

Norbert Hofer geht mit einem massiven Vorsprung in die Stichwahl. Alexander Van der Bellens größtes Problem ist aber nicht die FPÖ. Es sind seine Freunde

BARBARA TóTH, NINA HORACZEK
POLITIK, FALTER 17/16 vom 26.04.2016

Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Michael Ikrath war der erste. Viele weitere werden ihm folgen. Sonntag, Palais Schönburg in Wien-Wieden, kurz nach 21 Uhr. Die grüne Wahlkampfregie spielt „Tage wie diese“ von den Toten Hosen, die Menge beginnt zu hüpfen. Das Sternparkett bebt. Mittendrin der bürgerliche Sparkassenverband-Generalsekretär Ikrath mit glühenden Wangen. „Seit Wahlschluss um 17 Uhr bin ich offiziell sein Unterstützer“, ruft er. Auf seinem Tweedsakko blitzt eine Van-der-Bellen-Anstecknadel.

Im Foyer, am Fuß der geschwungenen Prunktreppe, steht unterdessen David Ellensohn, Klubobmann der Grünen in Wien, und erzählt begeistert von roten Bezirksräten, die ihn eben angerufen haben, um zu fragen, wie sie helfen können. Zettel verteilen, Stände betreuen – ein Teil der Van-der-Bellen-Wahlbewegung sein. „Die Industriellenvereinigung, der Wirtschaftsbund, die Junge ÖVP – überall wird es Stimmen für Van der Bellen geben, da bin ich mir sicher“, jubelt Ikrath.

Der Wahlabend war noch trocken und jung, die Stimmen noch nicht fertig ausgezählt, da begann sich die Anti-Norbert-Hofer-Fraktion schon zu formieren. Im Kleinen wie im Großen. Im Netz und auf der Straße.
21,3 Prozent für den grünen Professor, aber 35,1 Prozent für Heinz-Christian Straches Chefideologen mit der sanften Stimme und den rabiaten Ansichten im ersten Wahlgang, das hat das Land aufgeschreckt.

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