Freundschaft!

Werner Faymann ist Geschichte. Sein Nachfolger heißt Christian Kern. So zumindest hoffen viele in der Partei. Das Protokoll der historischen Wendetage in der österreichischen Sozialdemokratie

BARBARA TóTH, JOSEF REDL
POLITIK, FALTER 19/16 vom 10.05.2016

Er hatte sich zurechtgemacht, obwohl er es ab jetzt niemandem mehr recht machen muss. Werner Faymann trat braungebrannt von seinem Kurzurlaub in Venedig ans Rednerpult im Bundeskanzleramt. Mit exakt gelegtem, grau meliertem Haar, die Augenbrauen sorgfältig faconiert, das Gesicht dezent gepudert. Für die Fernsehkameras, weil die verzeihen nichts.

Zwischen Faymanns Auftritt im Kanzleramt und seinem Abgang durch die Flügeltür rechts Montagmittag dieser Woche lagen knappe sieben Minuten. Sieben Minuten, in denen das politische Getriebe Österreichs kurz einmal stehenblieb, um dann überrascht weiterzustottern. Ruhig laufen wird es jetzt lange nicht mehr. Dafür gibt es zu viele Unabwägbarkeiten, das ist das stabilitätsverwöhnte Land nicht gewöhnt.

Da ist zum einen ein Kanzler und SPÖ-Chef, der überhastet zurücktritt. So impulsiv, dass er nicht einmal seine eigene Nachfolge als Regierungschef regelt und Bundespräsident Heinz Fischer ausgerechnet einen Bürgerlichen, ÖVP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, vorübergehend mit der Fortführung der Geschäfte betrauen musste.

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