Fragen Sie Frau Andrea

Wie man sich richtig tschüsst

Andrea Maria Dusl beantwortet knifflige Fragen der Leserschaft

Andrea Maria Dusl
Kolumnen, FALTER 23/16 vom 08.06.2016

Liebe Frau Andrea,

ich fühle mich überschwemmt von der Grußvokabel "tschüss". Seit schon längerem tschüssen sich alle an. Werden wir jetzt alle Deutsche? Besorgte Grüße, Mia Moshammer, Leopoldstadt, per Wolkenkabelbrief

Liebe Mia,

"tschüdilü", mit einem Meidlinger "l", grüßte der Keyboardbetreuer des legendären Musikgerätegeschäftes "For Music" in der Wiener Alser Straße so oft und so gerne, dass sich die Lautfolge in die Großhirnrinde mehrerer Generationen von Musikern einbrannte. "Tschüdilü" kommt über diesen Umweg durch den Alsergrund aus dem Norddeutschen. Der Abschiedsgruß "tschüs" (auch "tschüss") hat sich langsam aus dem bis in die 1940er-Jahre üblichen "atschüs" (eigentlich "adjüs") entwickelt. Die Verabschiedungsformel ist aus dem romanischen Sprachraum ausgebüxt, wo wir sie als "adieu","adiós","ade" kennen. Mecklenburger sagen "tschüssing", Rheinländer "tschö" oder "tschökes". Schleswig-Holstein findet "tüüs" klasse, und in Brandenburg und Berlin

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  336 Wörter       2 Minuten

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