"Es ist für das private Grab unserer Chefin"

Compliance-Vorwürfe: Wie Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco Mitarbeiter für private Zwecke einsetzt

Bericht: Matthias Dusini und Stefanie Panzenböck
Feuilleton, FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Die Kulturmanagerin Agnes Husslein-Arco, 62-jährige Direktorin des Museums Belvedere, hat einen unbändigen Gestaltungswillen, der auch vor der Aussprache des Museumsnamens nicht haltmacht. Da sie der Meinung ist, die korrekte Aussprache sei nicht Belvedèr, wie der Volksmund sagt, sondern Belvedere, mussten die Wiener umlernen. Seit einiger Zeit heißt es auch in der Straßenbahn: "Belvedere".

In wenigen Jahren verwandelte die adelige Kunsthistorikerin ein verstaubtes Provinzmuseum in einen Museumsverbund internationalen Formats. Der Wille, sich ohne Rücksicht auf Verluste durchzusetzen, wird nun zum Problem, denn einige Mitarbeiter des Belvedere behaupten, dass ihre Chefin die Grenze zwischen öffentlich und privat systematisch verwischt habe.

Dem Falter liegen eidesstattliche Erklärungen vor, aus denen hervorgeht, dass zu den Außenstellen des Belvedere offenbar nicht nur zahlreiche offizielle Räumlichkeiten, sondern auch private Wohnungen der Familie Husslein gehörten. Die Vorwürfe

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  808 Wörter       4 Minuten

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