Watchdog

Wohin die Millionen Euro für Inserate flossen

Benedikt Narodoslawsky
Medien, FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Die gute Nachricht zuerst: Die Medienbehörde KommAustria veröffentlicht seit Juli 2012, wie viel Geld die öffentliche Hand für Inserate und Werbekampagnen ausgibt. Im ersten Quartal 2016 war sie so sparsam wie noch nie -seit Beginn der Messung.

Nun zu den schlechten Nachrichten: Es waren immer noch stolze 35 Millionen Euro, die Ministerien, Bundesländer, öffentliche Firmen und kommunale Einrichtungen in den ersten drei Monaten dieses Jahres in Werbung und Inserate investierten. Wie in den Quartalen zuvor floss am meisten Steuergeld für Inserate in die größten Boulevardzeitungen des Landes. Die Krone kassierte von Jänner bis März 3,9 Millionen Euro, das Druckwerk Österreich 3,2 Millionen, die Gratiszeitung Heute 3,1 Millionen Euro.

Der größte Sponsor, der in der Medientransparenz aufscheint, war die Stadt Wien mit ihren Beteiligungen. 6,3 Millionen Euro von den insgesamt 35 Millionen zahlte die Hauptstadt.

Erst Anfang Juni forderte der grüne Wiener Gemeinderat Christoph Chorherr im Falter, die Stadt solle ihre Unterstützung für Boulevardmedien einstellen (online: http://bit. ly/chorherr_boulevard). Wie reagierte das Druckwerk Österreich? Mit einer rufschädigenden Kampagne gegen Chorherr.

ANZEIGE

Fanden Sie diesen Artikel interessant? Dann abonnieren Sie jetzt und bleiben Sie mit unserem Newsletter immer informiert.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Medien-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!