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IT-Kolumne

Benedikt Narodoslawsky
Medien, FALTER 29/16 vom 20.07.2016

Im März besiegte ein Computer Lee Sedol, den Weltmeister im alten chinesischen Strategiespiel Go. Der Verlierer sagte nach der Partie: "Es war die Niederlage von Lee Sedol, nicht die der ganzen Menschheit." Jeder, der zuschaute, wusste aber: Es war nicht die Niederlage von Lee Sedol, sondern die der ganzen Menschheit. Computer, die bereits Schachweltmeister geschlagen hatten, haben nun den Go-Weltmeister bezwungen. Peinlich.

Künstliche Intelligenz macht nicht nur professionelle Go-Spieler überflüssig. Man blicke nach Japan, wo die Autoindustrie heute schon von stählernen Roboterhänden getragen wird. Laut einer Studie werden dort Maschinen in den nächsten 20 Jahren die Hälfte aller Jobs ersetzen können. Die wichtigste Frage für Journalisten stellte nun Hiroki Sugita, Chefredakteur der Japan Times: Werden die Maschinen auch Journalisten ersetzen? Nein, erklärt Sugita, solange diese Kreativität, soziale Intelligenz und hohe Kommunikationsfähigkeiten einsetzen. Denn in diesen Bereichen sei der Mensch konkurrenzlos. Offen ließ Sugita hingegen, ob Maschinen künftig die Leser ersetzen werden.

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