Copa Neusiedler See

Der Neusiedler See erlebt eine zweite Gründerzeit. Verkommt der See dabei zur Kulisse für hochtrabende Immobilienprojekte?

Barbara Tóth
LANDLEBEN, FALTER 30/16 vom 26.07.2016
Foto: Barbara Tóth

Foto: Barbara Tóth

Es beginnt mit einer gigantischen Werbetafel. Aus Bauholz gezimmert, hoch auf Stelzen, damit auch die vorbeifahrenden Wochenendgäste in ihren SUVs sie nicht übersehen. „Wohnen wie im Urlaub und Leben im Einklang mit der Natur“ verspricht die eine. „Jedem seinen Hafen. Am Wasser zuhause bleiben. Nicht mehr zurückfahren müssen. Am liebsten für immer“ die andere.

Das klingt nach perfekter Idylle. Die Werbetafeln zeigen die am Computer entworfenen Zukunftsprojektionen dazu. Job und Freizeit verschmelzen zu einer gigantischen Lounge mit Seeblick. Zu sehen sind moderne Apartments, mit Holzfassaden und sonnigen Terrassen. Davor liegt ein Segelboot vor Anker oder ein Surfbrett oder ein Stand-up-Paddling-Board.

Die beiden Werbetafeln stehen im Seewinkel im nördlichen Burgenland in den Gemeinden Jois und Neusiedl am See in einer der am stärksten boomenden Regionen Ostösterreichs. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sind der Neusiedler See und seine beschaulichen Straßendörfer vom Rand ins Zentrum Europas gerückt. Zuerst entdeckten die Touristiker das Potenzial des sanften Hügellandes mit seinen Weingärten und Dorfwirtshäusern und riefen es als „Genussregion“ aus. Im Rückenwind von kulinarischen Pionieren wie den Eselböcks in Schützen am Gebirge mit dem Taubenkobel oder von Josef Lentsch und seinem Gasthaus zur Dankbarkeit in Podersdorf haben sich über ein Dutzend hervorragender Fresstempel etabliert. Alle nur etwas mehr als eine Stunde von Wien entfernt.

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  1397 Wörter       7 Minuten

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