Ein Ende des Euro löst keine Probleme

Dennoch ist die von links geführte Diskussion angebracht;ein Eurexit wäre falsch. Es gibt taugliche Alternativen

KOMMENTAR: MARKUS MARTERBAUER
Falter & Meinung, FALTER 35/16 vom 31.08.2016

Das gescheiterte Experiment Euro beenden. So fordern es immer mehr linke Expertinnen und Experten. Zuletzt etwa im Aufruf eurexit. de, der von Ex-Unctad-Chefökonom Heiner Flassbeck und Politikwissenschaftler Martin Höpner unterzeichnet wurde. Wolfgang Streeck hat schon 2013 in "Gekaufte Zeit" den Euro als "frivoles Experiment" bezeichnet, Joseph Stiglitz nennt sein neues Buch "The Euro ( ) Threatens the Future of Europe". Die Argumente der Euro-Gegner sind nachvollziehbar: Die Finanzkrise hat seit 2008 zu einem Anstieg der Zahl der Arbeitslosen um fünf Millionen und der Staatsschulden um 3000 Milliarden Euro geführt. Die EU-Politik hat versagt. Das betrifft alle Institutionen. Die Europäische Zentralbank hat blind an der Preisstabilität festgehalten, statt sich um stabile Finanzmärkte zu sorgen.

Erst im Jahr fünf der Krise erklärte Präsident Mario Draghi die Rettung des Euro zur Priorität. Die Politik des billigen Geldes verhinderte zwar einen weiteren Wirtschaftseinbruch, befeuerte

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