Ihr Kinderlein kommet

Je jünger ein Talent, desto größer die mögliche Gewinnspanne. Wie weit die großen Klubs und Agenturen gehen, um vielversprechende Nachwuchsspieler anzulocken

Lukas Matzinger / EIC.network
09.12.2016

Der 13-jährige Karamoko Dembele ist eines der gefragtesten Talente des Weltfußballs. Derzeit streiten mehrere Premier-League-Klubs mit seinem Stammverein Celtic Glasgow um das ‚Wunderkind‘ (Foto: Ian McNicol / Getty images)

Man kann es sich gar nicht vorstellen. Real Madrid, die galaktische Geldvernichtungsmaschine, die in den vergangenen zehn Jahren mehr als eine Milliarde Euro für Neuzugänge ausgegeben hat, darf im Jahr 2017 keine neuen Spieler einsetzen. Im September hat die Fifa die Strafe gegen Real und den Stadtrivalen Atlético Madrid bestätigt. Zwei lange Transferfenster ohne neue Spieler in der spanischen Hauptstadt. Wenn man Klubs dieser Klasse wirklich bestrafen kann, dann so.

Was hatten die Madrilenen verbrochen? Sowohl Real als auch Atlético hatten bei Transfers von Nachwuchsspielern getrickst. Laut Paragraf 19 der Fifa-Transferregeln dürfen nur volljährige Spieler zu Klubs im Ausland wechseln, es sei denn, ihre Familien ziehen um – aus Gründen, die nichts mit Fußball zu tun haben. So soll verhindert werden, dass talentierte Kinder von ihren Eltern getrennt und zu Spekulationsobjekten des internationalen Transfermarktes werden. Die beiden Madrider Klubs unterrichten Dutzende ausländische Spieler an ihren Akademien. Einigen davon sind laut Fifa nicht regelkonform dorthin gekommen.

Den Fußballverbänden ist dieses Thema ernst. Nachwuchsfußballer seien extrem gefährdet, ausgenutzt zu werden, und werden deshalb besonders geschützt. In vielen Ländern sind Ablösesummen für minderjährige Spieler untersagt, außerdem darf kein Spielerberater für die Vermittlung eines Nachwuchsspielers Geld bekommen. 16- bis 18-Jährige dürfen innerhalb der EU wechseln, wenn der aufnehmende Verein eine Unterkunft besorgt, und sich neben der fußballerischen auch um die schulische Bildung kümmert. Damit der Spieler Perspektiven hat, wenn es nichts wird mit dem Spitzensport.

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