„Damit netto mehr rausschaut“

Als Vorsitzender der Fußballergewerkschaft VdF hat Gernot Zirngast etliche Schwarzgeldverträge gesehen. Bis in Österreich ein Kollektivvertrag für Profis eingeführt wurde

Josef Redl, Lukas Matzinger
13.12.2016

Gernot Zirngast ist Vorsitzender der Vereinigung der Fußballer. In seiner aktiven Karriere kickte er unter anderem für Sturm Graz, GAK, VfB Mödling und den Wiener Sportclub (Foto: Heribert Corn)

Die Geschichte des österreichischen Fußballs ist gepflastert mit Skandalen und Skandälchen. Zumeist haben sie mit Misswirtschaft und Schwarzgeldzahlungen zu tun. Austria Salzburg, GAK, FC Tirol, Sturm Graz, Schwarz-Weiß Bregenz – die Liste der Profiklubs, die allein in den letzten 15 Jahren Insolvenz anmelden mussten, ließe sich noch fortsetzen. Kann ein Verein seine Spieler nicht mehr bezahlen, dann tritt regelmäßig Gernot Zirngast auf den Plan. Der ehemalige Profikicker ist Vorsitzender der Spielergewerkschaft „Veinigung der Fußballer“. Aus zahlreichen Konkursverfahren und Rechtsberatungen kennt er illegale Nebenabsprachen und von windigen Spielervermittlern konstruierte Finanzierungsmodelle zur Genüge. Seit es einen Kollektivvertrag für Fußballprofis gibt, gehören viele Probleme der Vergangenheit an. Nur nicht das vollkommen ungeregelte Gewerbe der Spielervermittler.

Falter: Herr Zirngast, die Veröffentlichungen
im Rahmen der Football Leaks geben
sehr genaue Einblicke in die Welt
der Spielervermittler. Man sieht, wie
bei Millionentransfers mitgeschnitten wird,
wie Steuervermeidungskonstrukte aufgesetzt werden. Wer darf eigentlich überhaupt als Spielervermittler auftreten?

Gernot Zirngast: Bis Mai 2015 gab es Regularien des Weltfußballverbandes Fifa, die haben die einzelnen Nationalverbände wie der ÖFB in ihre Satzung übernommen. Spielervermittler mussten eine Lizenz erwerben und zum Beispiel auch eine Haftpflichtversicherung abschließen, falls es zu Forderungen im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten kommt. Wer in Österreich diesen Beruf ausüben wollte, musste eine schriftliche Prüfung beim ÖFB ablegen und auch einen Gewerbeschein für Arbeitsvermittlung lösen.

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