Kronprinz Kurz

Die einen verehren ihn, die anderen halten ihn nicht aus. Außenminister Sebastian Kurz ist Österreichs umstrittenster Minister. Porträt eines Super-Performers

Barbara Tóth
POLITIK, FALTER 51/16 vom 20.12.2016

Foto: Dragan Tatic / APA / picturedesk.com

Es war eisig, es war finster, aus dem Boden kroch die Nässe. Aber Sebastian Kurz trug weder Hut noch Handschuhe und sein Lächeln wirkte nur ein bisschen eingefroren, als er geduldig seine Honneurs entgegennahm. Zum fünften Mal hatte der Außenminister vergangenen Dienstag zu einem Jahresausklang bei Punsch und Maroni geladen, heuer bat er ins weitläufige Café Français in den Stadtpark.

Veranstaltungen wie diese dienen ja nicht nur dem karitativen Zweck, sondern auch der Machtversicherung. Wer zählt sich zum „Team Kurz“? Lauert hier die zukünftige Macht? Sind es mehr oder weniger, nachdem der von Kurz im Wahlkampf demonstrativ nicht unterstützte Alexander Van der Bellen die Präsidentenstichwahlwiederholung gewonnen hat?

Es waren mehr. Viel mehr. Sie huldigten Sebastian Kurz, Österreichs Exportartikel Nummer eins des Jahres 2016, mit frisch gebackenen 30 Jahren immer noch jüngster Außenminister Europas. Und was für einer! Einer, der die Westbalkanroute geschlossen hat und sich nicht scheut, der deutschen Kanzlerin Angela Merkel ihre Türkei-Politik und Willkommenskultur vorzuwerfen, und dafür vom Spiegel bis zu „Anne Will“ in seiner Paraderolle als Kreuzritter der Festung Europas gebucht wird. Einer, der ihnen einen Hauch von diesem längst vergessenen „Mir san wieder wer“-Gefühl zurückgibt. Und wurde er nicht gerade vom EU-Magazin Politico zu einer der 28 bedeutendsten Personen für die Zukunft der Europäischen Union gewählt?

ANZEIGE
  1341 Wörter       7 Minuten

Sie haben bereits ein FALTER-Abo?


Sie nutzen bereits unsere FALTER-App?
Klicken Sie hier, um diesen Artikel in der App zu öffnen.

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Print + Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • Wöchentliche Print-Ausgabe im Postfach
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren

1 Monat Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
Jetzt abonnieren

Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Politik-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe 25 Wochen FALTER um 3,20 € pro Woche
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!