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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung, FALTER 51/16 vom 21.12.2016

Wenn es aus Funk und Fernsehen "Der Handel ist zufrieden" tönt, dann weiß man: Jetzt ist das Christkind nicht mehr weit. Da hat der Konsumbürger ein Jahr voller Raunzen und Jammern hinter sich - über sinkende Löhne und steigende Arbeitslosenzahlen, über den wachsenden Reichtum der Oligarchen und den Abstieg der Armen.

Plötzlich aber, wie durch ein Wunder, sind alle Sorgen und Nöte vergessen. Vier beruhigende Worte genügen, um das Welchen-Bachauch-immer-Hinuntergehen unseres Wohlstandes verschwinden zu lassen. Die Zufriedenheit des Handels drückt sich in vielen Spielarten aus. Das von Playmobil-Burgen, iPhones und Angoraunterwäsche an der Kassa ausgelöste Piepsen entlockt den Händlern ein Lächeln.

Ein wenig Frust nur, wenn sich Kundenmassen den Ellbogen in die Seite rammen und schlecht bezahlte Verkäuferinnen am 24. Dezember auf den Geschäftsschluss warten, um nach den stressigsten Wochen des Jahres zu ihren Kindern zu hetzen. Gnadenbringende Weihnachtszeit, du fröhliche.

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