Armin Wolf und die zynische Vernunft. Wer oder was den ORF wirklich rettet
Aufs Neue erleben wir eine öffentliche Medienposse. Vordergründig scheint es um TV-Moderator Armin Wolf zu gehen, dessen Art, in der ORF-Sendung "ZiB 2" Studiogäste zu befragen, vielen Politikern auf die Nerven geht. Wolf orientiert sich an angelsächsische Vorbildern, von denen manche deutlich härter vorgehen als er. Als er zuletzt den niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll mit Fragen zu dessen Stiftung konfrontierte, machte diese journalistische Selbstverständlichkeit einen Skandal.
Dazu passte, dass der aus Gründen des Parteiproporzes von seinem Salzburger Intendantensessel entfernte Roland Brunhofer, der SPÖ zugerechnet, bekanntgab, Politikberichterstattung im ORF dürfe nicht "frühmorgens mit einer Politikerverarschung beginnen und spätabends mit einem politischen Verhör enden". Das war gegen Wolf gerichtet und insofern pikant, als Brunhofer in einer ORF-Reform die Rolle eines für Information zuständigen Channel-Managers zugedacht ist. Er macht sich, glaubt man Zeitungsmeldungen, bei politischen Entscheidungsträgern gerade mit der Ankündigung beliebt, er werde die "ZiB 2", also Wolf, in den Griff bekommen.