"Hast du das Foto nicht, bist du ein Lulu"

Falter-Fotograf Heribert Corn über das gute Bild, die Politik der Kamera und die Hirsche auf den Pressekonferenzen


Er packt die Menschen vor seiner Linse mit Schmäh und behandelt sie ab der ersten Sekunde wie seine besten Freunde. Heribert Corn gilt als einer der besten Pressefotografen Österreichs. Sein Stil: wenig Inszenierung und Spektakel, wenig Equipment. Er verzichtet auf Blitz und Scheinwerfer, experimentiert dafür mit Bildausschnitten und Perspektiven.

Seit 1995 arbeitet Corn für den Falter und erlebt seither Österreichs Chronik-, Politik-und Kulturgeschichte erste Reihe fußfrei mit - von Franz Fuchs' Bombenterror über die Angelobung der schwarz-blauen Regierung bis hin zu Porträts von Künstlerinnen wie Soap&Skin und Conchita Wurst. Ein Gespräch über Leid im Bild, die Brutalität von Pressekonferenzen und die Gefahr von PR-Politikfotos.

Falter: Corn, was ist das Wichtigste im Leben?

Heribert Corn: Neben meiner Familie drei Sachen: Foto, Motorrad und Eishockey. Die Fotografie verfolgt mich am längsten. Mein Vater war Amateurfotograf. Wenn ich ganz lang gebettelt habe, durfte ich mit

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