Die Renaissance der Parteipresse

Die Parteizeitungen sind tot. Es leben die Parteiblogs! Über die Onlinepropaganda im anlaufenden Wahlkampf

Benedikt Narodoslawsky
MEDIEN, FALTER 25/17 vom 20.06.2017

Die ÖVP-nahe Seite fass-ohne-boden.at schießt sich seit dem Vorjahr auf die Sozialdemokraten ein (Foto: Screenshot)

Dass jemand wie Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten werden konnte, hat auch mit Stephen Bannon zu tun. Bevor Bannon die Leitung von Trumps Wahlkampf übernahm, hatte er über die rechte Onlinepropagandawebsite Breitbart bereits massiv Stimmung für den US-Milliardär und republikanischen Präsidentschaftskandidaten gemacht.

Mit manipulativen, schrillen und klickträchtigen Texten wurde Trump auf Breitbart rauf- und seine Gegner runtergeschrieben. Die Website arbeitet mit Halbwahrheiten, Gerüchten und Verschwörungstheorien, verbreitet eine eigene, dunkle Weltsicht und erzeugt damit eine Gegenöffentlichkeit zu etablierten Medien, die es frontal angreift. In Zeiten, in denen das Vertrauen in die etablierten Medien sinkt, stieg die Seite binnen weniger Monate zu einem der meistgelesenen Nachrichtenkanäle der USA auf. Heute ist Trump US-Präsident und Bannon sitzt als sein Chefstratege im Weißen Haus.

Propaganda im Wahlkampf – ist so etwas auch in Österreich denkbar? Es ist nicht nur möglich, sondern bereits Realität. Während die Ära der Parteizeitungen in Österreich verblichen ist, ist es im Netz zu einer Renaissance der Parteimedien gekommen. Ziel: Die eigene Wahrheit vorbei an den etablierten Medien ans Publikum zu bringen und sie in der Blase zu halten. Die FPÖ hat schon vor Jahren damit begonnen, sich ein starkes Onlinenachrichtennetzwerk aufzubauen und ihre Medienarbeit zu professionalisieren. Neben den gedruckten FPÖ-Medien Neue Freie Zeitung oder Zur Zeit gehört nun auch der Youtube-Kanal FPÖ TV und der reichweitenstarke Facebook-Account von Parteichef Heinz-Christian Strache zur integrierten Medienstrategie. Der wiederum verbreitet Inhalte von Medien aus dem blauen Dunstkreis wie unzensuriert.at oder Wochenblick.

ANZEIGE
  1585 Wörter       8 Minuten

Sie haben bereits ein FALTER-Abo?


Sie nutzen bereits unsere FALTER-App?
Klicken Sie hier, um diesen Artikel in der App zu öffnen.

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Print + Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • Wöchentliche Print-Ausgabe im Postfach
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren

1 Monat Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
Jetzt abonnieren

Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Medien-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!