Am Apparat Telefonkolumne

Wollten Sie Geld vom Eurofighter-Hersteller, Herr Fußi?


ANRUF: NINA BRNADA

Politik, FALTER 26/17 vom 28.06.2017

Der Politikaktivist Rudi Fußi, jener Mann, der im Jahr 2002 das Anti-Eurofighter-Volksbegehren ins Leben gerufen hatte, wollte Geld, um seine Aktivitäten gegen den Ankauf der Maschinen einzustellen. So schreibt es zumindest die Kronen Zeitung. Was ist dran an den Vorwürfen?

Herr Fußi, wollten Sie nun Geld, um von Ihrem Anti-Eurofighter-Aktivismus zu lassen?

Natürlich nicht.

Was hat es dann mit diesem E-Mail von Ihnen auf sich, das die Krone zitiert?

Ein ehemaliger FPÖler schrieb im Standard, er würde eine Partei gründen und habe das Geld dafür. Das kam uns komisch vor, weil er im Ruf stand, für EADS zu lobbyieren. Ich habe ihn dann angerufen und gefragt, ob man mitmachen könne. Er meinte, das Eurofighter-Thema störe seine Financiers. Dann bekam ich ein Mail, ich sei ein rot-grüner Dreckspinscher. Meine Antwort sinngemäß: "Her mit der Kohle, dann red ma über alles." Er ist mir leider nicht darauf eingestiegen. Sonst hätten wir EADS bei den Eiern gehabt.

Im Nachhinein kann man das natürlich so darstellen. Warum sollte man nicht an Ihrer Version dieser Ereignisse zweifeln?

Diese Frage ist ja fast schon ehrenbeleidigend. Ich habe so viel Energie in den Kampf gegen den Eurofighter-Ankauf gesteckt und jahrelang Prozesskosten abgestottert. Anzunehmen, das Schreiben an diesen Typen sei etwas anderes als eine Falle gewesen, ist völlig lächerlich. Schon vor Monaten tauchte das Mail auf, und andere Journalisten riefen an, verstanden aber bald, dass da nichts dran ist. Ich habe die Mails dann selbst im Mai auf meinem Blog auf rudifussi.at veröffentlicht. Und nun tut die Krone so, als hätte sie etwas gegen mich in der Hand. Völlig lächerlich!

Wovon haben Sie damals als 24-jähriger Aktivist eigentlich gelebt?

Ich habe neben dem Studium als Immobilienmakler gearbeitet.

Was hat man damals in dem Bereich verdient?

Ein paar hundert Euro.

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