Wenn der Winter geht

Die Klimaerwärmung setzt dem Wintertourismus zu, doch anstatt in den notwendigen Strukturwandel zu investieren, werden obskure Studien bezahlt

Johann Skocek
LANDLEBEN, FALTER 33/17 vom 15.08.2017

Illustration: P.M. Hoffmann

Der Tourismus hat Österreichs Landschaft, Dörfer und Städte sowie die Vorstellung, was „schöne Natur“ ist und wozu sie gut sein soll, radikal verändert.

Vor dem Beginn des Skilaufs, dieser österreichischsten aller Sportarten, vor 100 Jahren waren viele Alpentäler im Winter von der Umwelt abgeschnitten. War die Ernte im Sommer schlecht, drohten im Winter Kälte und Hunger. Der einstige Todfeind brachte mit zwei Brettln auf g’führigem Schnee den Wohlstand. Und ausgerechnet Freund Winter droht nun abhanden zu kommen.

Das für den Tourismus zuständige Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft stellte unlängst in der Studie „Klimawandel und Tourismus in Österreich 2030“ fest: „Im Alpenraum, wo es seit 1850 bereits zu einer Temperaturerhöhung um ca. 1,8 °C gekommen ist, muss von einem weiteren Temperaturanstieg von etwa 1 bis 2 °C bis zur Mitte des Jahrhunderts ausgegangen werden.“

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  1508 Wörter       8 Minuten

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