„Projekt Ballhausplatz“

Interne Dokumente zeigen, wie minutiös Sebastian Kurz und seine Vertrauten die Machtübernahme in der Republik geplant haben. Sie sammelten Material über politische Gegner, warben um Sponsoren und Prominente und erstellten Kompromate

Barbara Tóth, Josef Redl
POLITIK, FALTER 38/17 vom 19.09.2017

Foto: Christian Wind

Hier finden Sie ausgewählte Teile jener Dokumente, die dem FALTER zugespielt wurden, als PDF-Download:
Strategische Grundanlage und Positionierung
Punkte für ein neues Österreich
Projekt Ballhausplatz
Grundlinien Wahlprogramm | Kandidatenliste
Dossier SPÖ | Dossier FPÖ | Sponsoren
Die hier zum Download angebotenen Dateien stammen aus der Kampagne von Sebastian Kurz. Dies bedeutet nicht, dass die angeführten Personen und Unternehmen tatsächlich kontaktiert wurden oder sich in irgendeiner Form für Sebastian Kurz engagieren.

Den Flashmob „Wir für Sebastian Kurz“ hat es am Ende nicht gebraucht, aber genau geplant wäre auch er gewesen. Er findet sich unter dem Punkt „Vorbereitung“ für den Moment der Parteiübernahme, in der internen Sprachregelung der türkisen Rebellen mit „Tag X“ markiert. Es hätte ja sein können, dass sich die „alte“ ÖVP im Mai des letzten Jahres gegen die Usurpation durch Kurz und seine Getreuen wehrte. Da hätten spontan wirkende Demonstrationen für den Neuen sicher gutes Bildmaterial geliefert.

Von den Vorbereitungen für den Tag der Übernahme über Maßnahmen in der ersten Woche danach (Wahlkampfteam aufstellen, Umfragen in Auftrag geben), im ersten Monat (Bürgerveranstaltungen inklusive Datensammlungen) bis hin zum Parteitag, der gleichzeitig Wahlkampfauftakt sein soll: Es gibt nichts, woran Sebastian Kurz in seinem Drehbuch für seinen Weg zur Macht am 14. Mai 2017 nicht gedacht hätte. Was so spontan, so leichtfüßig, so natürlich rüberkam, war in Wahrheit minutiös abgestimmt und bis ins kleinste Detail von einem Dutzend Kurz-Vertrauten geplant worden.

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  2351 Wörter       12 Minuten

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