Die Sadisten von St. Anna

Seit einem Jahr untersucht die Justiz schwerste Vorwürfe in einem Pflegeheim in Kirchstetten. Die Akten dokumentieren Folter, sexuellen Missbrauch und Hinweise auf Mordversuch

Florian Klenk
POLITIK, FALTER 39/17 vom 26.09.2017

Foto: Roland Schlager / APA / picturedesk.com

Am Vormittag des 19. Juni 2016 erhielt die Pflegehelferin Petra G. eine Nachricht über den Messenger-Dienst Whatsapp. „Hi Petra“, schrieb ihre Kollegin, „jetzt bist Du offiziell eine St.-Anna-Schwester!“

Petra G. wurde einer Chat-Gruppe hinzugefügt, in der sich einige Pflegerinnen und Pfleger der Abteilung „St. Anna“, einer Station des Pflegeheims Clementinum im niederösterreichischen Kirchstetten, austauschten. Ein Ermittler sagt heute, das sei das „Widerlichste, was ich seit langem gelesen habe“.

Auch der Krankenpfleger Dominik G., ein junger blonder Mann, der sich auf Facebook gerne in Selfie-Posen zeigt, hieß seine Kollegin auf Whatsapp „Herzlich willkommen!“ Jetzt, „wo Du die Aufnahmeprüfung bestanden hast … hahaha“.

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