Menschen

Alles Falter zum Geburtstag!

LUKAS MATZINGER
Falters Zoo, FALTER 39/17 vom 27.09.2017

Ist Ihnen das schon einmal passiert, dass die Musik bei Ihrer Geburtstagsparty so gut war, dass haufenweise fremde Leute feiern kamen? Uns schon! Das 40-Jahre-Falter-Fest in der Ottakringer Brauerei am Freitag war mit 2.400 Besuchern ausverkauft und hat einen kleinen Ticketschwarzmarkt auf einschlägigen Social Media ausgelöst.

Die musikalische Bedröhnung war paritätisch zwischen zwei Bühnen aufgeteilt, nämlich grob gesprochen oben Wiener Sound, den es so nur in Wien gibt (Ernst Molden und Willi Resetarits, Großmütt erchen Hatz & Klok, 5/8erl in Ehr 'n und Der Nino aus Wien), unten Wiener Sound, den es so überall auf der Welt geben könnte (Ana Threat, Ankathie Koi, Mavi Phoenix und Ogris Debris), später spielte Party-DJ Wandl, bis die Hütte leer war.

Herausgeber Armin Thurnher und Geschäftsführer Siegmar Schlager sind Gentlemen der alten Schule und begrüßten die Gäste beim Eingang unter Anwendung von Handschlägen persönlich, wie zum Beispiel den Meinungsforscher Christoph Hofinger von Sora und den Staatsanwalt Gerhard Jarosch, die Wiener Spitzenpolitiker Andreas Mailath-Pokorny, Gernot Blümel und Christian Oxonitsch und die Grünen Spitzenpolitiker Ulrike Lunacek, Christoph Chorherr und Michel Reimon, den Pressesprecher des Innenministeriums, Karl Heinz Grundböck, und den des SK Rapid Wien, Peter Klinglmüller, die Kommunikationsunternehmer Josef Barth und Josef Kalina, die Moderatorin Miriam Hie und die Schrifstellerin Petra Hartlieb und natürlich viele verdiente Faltereros und Falteristas wie auszugsweise Doris Knecht, Christopher Wurmdobler und Wolfgang Kralicek.

Man traf sich vornehmlich im Innenhof der Brauerei, wo sowohl Raucher, Hungrige (Radatz-und Crêperiestand!), als auch Lärmscheue Frieden fanden und es je nach Windrichtung nach Bierbrauerei oder Kakao von der nahen Mannerfabrik roch. Die breittrainierte Falter-Versandabteilung Mesut Dasdemir schob sich durch die Massen, der sehr große Autor und Ballorganisator, Oliver Lehmann, war wie ein Leuchtturm in den Innenhof gemalt. Der Vorzugsstimmen-Wahlkämpfer Josef Cap aß Würstel, der Standard-Vorstand Alexander Mitt eräcker war zum Feiern da, die Presse-Redakteurin Anna-Maria Wallner teilweise beruflich, sie schrieb eine Reportage über das Fest.

Falter-Mitarbeiter und Die-Hard-Fans waren an eigens angefertigen, jadefarbenen Shirts zu erkennen. Bejubelt war jener Moment, als Thurnher und Schlager anstelle einer Ansprache gemeinsam mit Resetarits und Molden auf der Bühne sangen. "Awarakadawara, wo san meine Hawara?" Die Organisatorin und Falter-Marketing-Frau Barbara Prem konnte das nicht sehen, weil sie irgendwo mit ihrem Horcherl im Ohr exekutiv unterwegs war, um das alles am Laufen zu halten. An dieser Stelle danken wir auch der Verlags-Vertriebsleiterin Christa Thurnher für die monatelange Vorbereitung. Wir sehen einander in zehn Jahren!

Das war selbstverständlich schon das Hauptevent der vergangenen Woche, das Wien zum Erschüttern gebracht hat. Aber ein bisserl was war außer uns noch: Mit dem Begriff "Folk" wird allerhand Schindluder getrieben. Als Folk gilt heute quasi alles von den lästigen Ö3-Wolltieren Mumford and Sons bis zur US-amerikanischen Rockband Band of Horses.

Mit dem Ursprung des Wortes, der Neuinterpretation angloamerikanischer Volksmusik unter Verwendung moderner, akustischer Instrumente, hat das natürlich wenig zu tun. Aber einen gibt es da, einen Schotten, der verbreitet mit seiner Gitarre noch die sozusagen reine Lehre.

Alasdair Roberts ist sein Name, der spielte am Sonntag das allerletzte Konzert seiner aktuellen Europatournee im Wiener Gürtel-rhiz. 36 Menschen inklusive Tontechniker hörten seine ganz alten und ganz neuen Lieder. Es war schön.

ANZEIGE

Fanden Sie diesen Artikel interessant? Dann abonnieren Sie jetzt und bleiben Sie mit unserem Newsletter immer informiert.

Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Artikel der aktuellen Ausgabe finden Sie in unserem Archiv.