Watchdog

Wienerin und der lange Arm der "Aktion Leben"


Barbara Tóth

Medien, FALTER 40/17 vom 04.10.2017

Die Wienerin ist eine beliebte Frauenzeitung. Weniger bekannt ist, dass sie im Eigentum der Styria Media Group steht, die wiederum der Katholischen Medien Verein Privatstiftung gehört. Unter dem Dach der Styria erscheinen auch Die Presse, Kleine Zeitung, miss und das Onlineverkaufsportal willhaben.at.

Deshalb war die Aufregung letzte Woche groß, als auf der Wienerin-Homepage ein Text über Abtreibungen, der sich sehr kritisch mit den Positionen der ÖVP, der FPÖ und der kirchennahen Aktion Leben auseinandersetzte, plötzlich offl ine ging und durch eine Art Pressemeldung der Aktion Leben ersetzt wurde. Inzwischen ist auch die wieder weg, dafür findet sich die Ankündigung, dass die Wienerin ein Dossier zum Thema Abtreibung vorbereite.

Was war da los? Die Chefredaktion der Wienerin erklärte dem Falter, dass der Antiabtreibungstext der Redakteurin Jelena Gučanin als Kommentar ausgeschildert gehört hätte, was in der Redaktion verabsäumt wurde. Und ja, es habe deswegen Anrufe der Aktion-Leben-Pressesprecherin gegeben. Aber keine Interventionen des Eigentümers. Und die vielen anderen -sehr kritischen - Texte zur Frage der Abtreibung auf der Wienerin-Homepage würden zeigen, dass man journalistisch unabhängig agiere.

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